Verfasst von: jesusandyou | Juni 11, 2010

Plinius der Jüngere: Oder wie man einige Millionen Christen rettet II

Buch 10 Brief 97:
„Trajan an Plinus

 Du hast, mein Secundus, bei der Prüfung der Fälle derjenigen, die Dir als Christen angezeigt worden waren, die richtige Haltung eingenommmen. Man kann nämlich nichts allgemein Gültiges aufstellen, die gleichsam eine feste Regel bildete. Aufspüren soll man sie nicht; wenn sie angezeigt und überführt werden, soll man sie bestrafen, doch so, daß demjenigen, der leugnet, Christ zu sein, und dies durch die Tat offenbar macht, das heißt indem er unsern Göttern opfert – mag er in der Vergangenheit noch so verdächtig gewesen sein-, auf Grund seiner Reue Verzeihung gewährt wird. Anonyme Schriften aber dürfen bei keiner Anklage berücksichtigt werden. Denn das ist ein sehr schlechtes Beispiel und unseres Jahrhunderts nicht würdig.“

 War Plinius ein Christ?

Beweis I: Plinius erwähnt den Namen Christus 3 mal.
Bei den meisten Kulturen gilt die Zahl als göttliche Zahl. Wenn er Christus dreimal erwähnt, meint er damit insgeheim: Jesus ist/ war Gott, denn er ist ja der Christus. Das heißt er erkennt Jesus als seinen Gott an. Das Wort Christen oder Christ kommt insgesamt 7 x vor. Die Kombination Christ/Christen/Christus mit dem Wortstamm Christ kommt insgesamt also 10 X vor. Zehn wie die doppelte 5 – doppelte Hochzeit. Das heißt von Zahlen auf Worte übersetzt: Jesus Christus war die sprituelle Hochzeit der Menschen.

Setzen wir uns in die Lage von Plinius hinein. Als hoher Staatsbeamter muss er den Kaiser huldigen. Andererseits steht er auf der Seite der Christen. Wie kann nun diese Millionen von Christen retten? Es muss ein Präsedenzfall her und der Kaiser muss infolge dessen entscheiden. Danach gilt dann diese Entscheidung für das römische Reich. Aber Plinius muss aber so tun, als wäre er NEUTRAl, also muss er leider auch harte Gewalt gegen einige Christen vornehmen, um bloß nicht als Sympathisant zu wirken. Im Brief versucht er mit Kraft seiner Worte, in die Richtung zu manipulieren, die er will und am Ende gibt es dann die Amnestie für die Christen -sie werden nicht mehr aktiv verfolgt. Er stellt die Christen als harmlos und verrückt da. Und das ist für einen von Macht bessenen Kaiser von besonderer Wichtigkeit – wenn diese verrückt sind und harmlos – braucht er sich vor diesen Christen gar nicht zu fürchten. Schlau nicht war? Wie komme ich auf solche Gedanken? Als ich vor langer Zeit die alten Historiker u.a. Herodot – Vater der Geschichtsschreibung – durchlas, bemerkte ich, dass man als Historiker in der damaligen Zeiten seine Meinung nicht zu ehrlich kundtun durft, sonst hätte man sein Leben verspielt. Da man aber die Wahrheit schreiben wollte, musste man das mit Hilfe von Zahlen machen. Die Worte mögen loben, aber wen Herodot hasst und als Tyrannen ansah, vergab er „schlechte“, „fiese“ Zahlen. Aber in die Worte waren vollsten Lobes. So ähnlich verhält es sich bei Plinius. Er mag in seinen Worten über die Christen lästern, aber seine Zahlen sagen was ganz anderes. Verstanden? Es ist nun einmal so im Altertum. Man muss seine Botschaften verschlüsseln, wenn man sein eigenes Leben liebt.

Hier farblich markiert:
„Es ist mir heiliges Gebot, oh Herr, alles, worüber ich im Zweifel bin, Dir vorzutragen. Wer könnte nämlich besser meinem Zögern eine Richtung weisen oder meine Unwissenheit erhellen?

An Verhandlungen gegen Christen habe ich niemals teilgenommen; deswegen weiß ich nicht, was und inwieweit man hier gewöhnlich straft oder untersucht. Auch bin ich nicht wenig im unklaren, ob ein Unterschied im Alter gemacht wird oder ob noch so Junge den Erwachsenen gleichgestellt sind; ob den Reuigen Verzeihung gewährt wird oder ob es dem, der überhaupt einmal Christ war, nichts nützt, davon abgelassen zu haben; ob der Name an sich, auch wenn er von Schandtaten frei ist, oder ob mit dem Namen verbundene Schandtaten bestraft werden.

Inzwischen habe ich bei denen, dir mir als Christen angezeigt wurden, folgendes Verfahren beobachtet. Ich fragte sie, ob sie Christen seien. Die Geständigen fragte ich ein zweites oder ein drittes Mal unter Androhung der Todesstrafe; diejenigen die darauf beharrten, ließ ich hinrichten. Darüber bestand für mich kein Zweifel, daß Hartnäckigkeit und unbeugsame Starrköpfigkeit auf jeden Fall bestraft werden müssen, was es auch sein mochte, was sie zu gestehen hatten. Es gab andere von ähnlicher Verrücktheit, die ich als römischer Bürger für die Weiterleitung nach Rom vormerkte. Wie das zu geschehen pflegt, traten später, da die Anklage im Verlaufe der Untersuchung weitere Kreise zog, mehere Sonderfälle auf.

Es wurde auch eine viele Namen enthaltende anonyme Schrift vorgelegt. Diejenigen, die leugneten, Christen zu sein, und nach meinem Beispiel die Götter anriefen und Deinem Bilde, das ich zu diesem Zweck zusammen mit den Götterstatuen hatte herbeischaffen lassen, Weihrauch und Wein opferten, außerdem Christus schmähten – lauter Dinge zu denen wahre Christen , wie man sagt, nicht gezwungen werden können -, glaubte ich freilassen zu sollen. Andere, deren Name von diesem Anzeiger genannt wrden war, sagten, sie seien Christen, und leugneten es später: sie seien es zwar gewesen, hätten aber aufgehört, manche vor drei, manche vor mehr Jahren, einige sogar vor zwanzig. Auch diese alle verehrten Dein Bild und die Götterstatuen und schmähten Christus.

Sie behaupten aber, ihre ganze Schuld – oder ihr ganzer Irrtum-habe darin bestanden, daß sie sich an einem bestimmten Tage vor Sonnenaufang zu versammeln pflegten, Christus zu Ehren, wie einem Gotte, im Wechselgesang ein Lied anstimmten und sich eidlich nicht etwa zu einem Verbrechen verpflichteten, sondern kein Diebstahl, keinen Raub, keinen Ehebruch zu begehen, keine gegebenes Wort zu brechen, kein anvertrautes Gut, wenn es zurückgefordert wird, abzuleugnen. Darauf seien sie in der Regel auseinandergegangen und wieder zusammengekommen, um ein Mahl einzunehmen, das jedoch ganz gewöhnlich und harmlos war; damit hätten sie aufgehört nach meinem Edikt, worin ich Deinem Auftrag gemäß die Vereine verboten hatte. Um so mehr hielt ich es für notwendig, zwei Sklavinnen, die sie Diakonissen nannten, sogar auf der Folter zu befragen, was wahr sei. Ich fand nichts anderes als einen verkehrten, maßlosen Aberglauben.

Daher habe ich die Verhandlung aufgeschoben und bei Deinem Rat Zuflucht gesucht. Die Sache schien mir nämlich Deines Rates wert, besonders der Zahl der Angeklagten wegen. Viele Leute nämlich, jedes Alters, jedes Standes, auch beiderlei Geschlechts, werden angeklagt und werden noch angeklagt werden. Und nicht nur über die Städte, sondern auch die Dörfer und die Landschaft hat sich dieser ansteckende Aberglaube verbreitet, der jedoch, wie es scheint, eingedämmt und geheilt werden kann. Auf jeden Fall beginnt man erwiesenermaßen die schon beinahe verödeten Tempel wieder zu besuchen und die lange unterbrochenen feierlichen Opfer wieder aufzunehmen und überall wieder Opferfleisch zu verkaufen, für das sich bis jetzt nur selten ein Käufer fand. Daraus ist leicht zu schließen, wie viele Leute gebessert werden können, falls man auf die Reue Rücksicht nimmmt.“

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Responses

  1. Der Artikel ist ja nicht uninteressant. Nur – mir ist ein Spruch eingefallen „was ich befürchtet habe, ist über mich gekommen“. Hier würde ich dies abwandeln in „was ich gesucht habe, habe ich auch gefunden“.

    Wie der Versuch von Watzlawick (oder zumindest in einem seiner Vorträge), wo die Studenten ein Muster in einer genannten Zahlenfolge erkennen sollen. Und die haben fast alle ein Muster erkannt. Obwohl die Zahlen zufällig erzeugt wurden.

    Kurz – ja, es kann ja sein. Doch es ist kein Beweis 😉

    Die Aussage, dass er auf der Seite der Christen stand, ist wohl wahr. Ist es damit nicht genug? Jemand hat für andere etwas erreicht. Rhetorisch und strategisch klug eingefädelt. Und gut is.

    „Beweis I: Plinius erwähnt den Namen Christus 3 mal. Bei den meisten Kulturen gilt die Zahl als göttliche Zahl.“
    Sagt nun gar nichts darüber aus, ob Plinius zu einer solchen Kultur gehört hat. Und – wenn ja – ob er diese Denkweise auch geteilt hat. Falls dies auch zutrifft wäre die nächste Frage – hat dann deshalb Christus 3* verwendet? Usw.. Fragen über Fragen…

    Die Ausgangslage ist nun mal – es wird nach einem Beweis gesucht. Schon dies erhöht die Wahrscheinlichkeit (psychologisch, nicht mathematisch), dass dieser Beweis auch gefunden wird.

    Ich find´s eine schöne, interessante und positive Geschichte.

  2. Hallo Waelti,

    erst einmal herzlich willkommen. Und vielen Dank für Deinen Lob.

    „Hier würde ich dies abwandeln in „was ich gesucht habe, habe ich auch gefunden“.

    -Na ja, wer sucht, der findet würde ich sagen. 😉

    Jetzt aber ernsthaft:
    Plinus der Jüngere war auf der Seite der Christen, aber ich wollte wissen wieso er das tat. Und die logischeste Erklärung ist: er war selber ein heimlicher Christ.

    Doch wie soll man das beweisen? Indem man in seine Texte reinschaut. Wie ich im Artikel „Elefanten“ es bewiesen hatte, war sein Onkel ein Meister in der Zahlensymbolik. Es ist nun einmal eine Tatsache, dass Plinius der Jüngere seinen Onkel bewunderte und folglich den Stil von seinem Onkel imitierte.

    Die Beweise, dass Plinius der Jüngere ein Christ war folgt im nächsten Teil.

    Du schreibst: „Die Ausgangslage ist nun mal – es wird nach einem Beweis gesucht. Schon dies erhöht die Wahrscheinlichkeit (psychologisch, nicht mathematisch), dass dieser Beweis auch gefunden wird.“

    Antwort: Jede wissenschaftliche Arbeit geht von einer Theorie aus. Hat man erst einmal eine Theorie, dann sucht man sich die Beweise zusammen um die Theorie zu stützen. Es kommt einfach darauf an, wie gut die Theorie ist!

    Lg

  3. Na, schönen Guten Tag!

    – irgendwo sollte mal ein ´über mich´ oder ´über uns´eingefügt werden. Speziell bei dem Thema stelle ich mir die Frage – mit wem diskutiere ich überhaupt? Bin eventuell nicht der einzige. Oder werde nicht der einzige bleiben,

    Zuerstmal: es ist noch keine Theorie. Es ist eine These. Ich kann mir sehr gut vorstellen, dass manche (Gläubige?) diese These gerne als Wahrheit aufnehmen. Als Theorie sehe ich wenig Chancen. Wird wohl einer genauen Prüfung nicht standhalten.

    Vielleicht liegt hier auch der Unterschied in der Denkweise. Also zwischen Atheist und (hier) Christ.

    Ich suche nicht nach einem Beweis. Vielleicht ist ein ganzes Dorf mit vielen Bekannten zum Christentum konvertiert? Oder er hat bei den Christen seine grosse Liebe gefunden? Oder Onkel, Tante, Bruder, Schwester, Nichte oder sonstjemand der ihm ganz besonders Nahe steht? Und aus Angst diese(n) Menschen zu verlieren die Aktion?

    Tausende möglicher Spekulationen. Ich für mich gehe nicht davon aus das – mit diesem zeitlichen Abstand und den doch geringen Informationen – eine Lösung bzw. Beweisführung möglich ist.

    Mir reicht das gute Werk, die gute Tat. Ich brauche keine Begründung für diese gute Tat.

    Mir stellt sich hier die Frage: wäre es für einen Christen halt ganz einfach schön – eine Bestätigung – „Er hat das getan, WEIL er Christ war“??

    Nach dem Gesetz der grossen Zahl gehe ich davon aus: es gab Römer die nicht Christen waren und trotzdem gute Taten vollbracht haben.

    LG
    Walter

    • Hallo Walter,

      als Schreiber eines Artikels muss ich natürlich einen Artikel „verkaufen“. 😉

      Wenn ich also über Plinius schreibe, muss eine Sensation her. Ich muss also was schreiben, was niemand geschrieben hat über Plinius. Ist doch klar, so machen es die Zeitungen ja auch. 😉
      Und die Tatsache, dass es einen Beweis gibt, dass Plinius ein Christ war ist eine Sensation. Erst dadurch ist zu verstehen, weshalb das Christentum zur damaligen Zeit unglaublich erfolgreich war.

      Nicht nur die einfachen Leute waren Anhänger Christi, sondern sogar die Mächtigen und Reichen waren in Christus versessen.

      Aber in diesem Fall ist schon was an der Sache dran mit der Zahlensymbolik. Die 3 ist nicht nur der einzige Beweis für die Theorie.

      Dieser Artikel dient ja nicht nur ein historisches Rätsel zu lösen, obwohl es schon interessant ist, ob Plinius Christ war. Er hatte damals fast alles: Amt und Würden, Reichtümer und war Freund des Kaisers. Warum wurde er Christ oder war ein Sympathisant der Christen?

      Plinius, dem Wohltäter, zu ehren bedeutet auch, die Menschen in der Gegenwart anzuspornen die Christenverfolgung im 21. Jahrhundert zu verhindern.

      Deswegen werden heutzutage Menschen öffentlich mit Urkunden, Medaillien, Pokale, Dankesschreiben überhäuft – damit die anderen den Geehrten zum Vorbild nehmen.

      Man glaube es kaum, aber es gibt heute noch Christenverfolgung!

      Natürlich hast Du Recht, wenn du meinst, dass die gute Tat an sich ausreicht.

      Aber was bringt die gute Tat, wenn sie niemand mitkriegt? Ich denke, von Plinius können Generationen noch lernen. Deswegen schreibe ich über Plinius, über einen Helden…

      Selbstverständlich, gab es zur damaligen Zeit im Imperium viele gute Römer. Das will ich nicht in Abrede stellen. Ich hoffe Du kannst nachfühlen, weshalb ich über Plinius schreiben musste. Und natürlich hast Du Recht: Ein Christ will Gewissheit haben… 😉

      LG
      Khoi aus München

  4. Hallo Khoi,

    Das es heute noch Christenverfolgung gibt, ist mir bekannt. Und finde ich nicht positiv. Allerdings werden heute viele Menschen aufgrund Ihrer Einstellungen verfolgt. Will ich hier aber nicht weiter vertiefen.

    Eines ist mir noch aufgefallen: der Teil
    „Aber in diesem Fall ist schon was an der Sache dran mit der Zahlensymbolik. Die 3 ist nicht nur der einzige Beweis für die Theorie.“

    wäre bei einer Kommunikation mit Atheisten deutlich entschäft wenn es
    „Aber in diesem Fall ist schon was an der Sache dran mit der Zahlensymbolik. Die 3 ist nicht nur der einzige Hinweis für die Theorie.“
    heissen würde.

    Ihr schmeisst sooo gerne mit ´Beweisen´ 😉
    LG Waelti

  5. Hallo Khoi,

    Das es heute noch Christenverfolgung gibt, ist mir bekannt. Und finde ich nicht positiv. Allerdings werden heute viele Menschen aufgrund Ihrer Einstellungen verfolgt. Will ich hier aber nicht weiter vertiefen.

    Eines ist mir noch aufgefallen: der Teil
    „Aber in diesem Fall ist schon was an der Sache dran mit der Zahlensymbolik. Die 3 ist nicht nur der einzige Beweis für die Theorie.“

    wäre bei einer Kommunikation mit Atheisten deutlich entschäft wenn es
    „Aber in diesem Fall ist schon was an der Sache dran mit der Zahlensymbolik. Die 3 ist nicht nur der einzige Hinweis für die Theorie.“
    heissen würde.

    Ihr schmeisst sooo gerne mit ´Beweisen´ 😉

    LG Waelti

  6. Hallo guten Morgen Walter,

    na ja, Danke für Deinen Tip.

    „Aber in diesem Fall ist schon was an der Sache dran mit der Zahlensymbolik. Die 3 ist nicht nur der einzige Hinweis für die Theorie.“

    wäre dann doch zu entschärft. 😉 Da fehlt quasi das Salz in der Suppe. Und wenn man wie ich eine Theorie aufgestellt hat, muss ich die auch „beweisen“. 😉

    Aber Dein Tip war nicht umsonst beim nächsten mal formuliere ich “ das ist ein weiterer Hinweis für die Richtigkeit der Theorie“. 🙂 Sozusagen als Kompromiss.

    Christen wollen immer die Existenz Gottes beweisen, das ist quasi ein Hobby von uns. 🙂

    Also einen schönen Tag noch!

    LG
    Khoi


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