Verfasst von: jesusandyou | Juni 11, 2010

Plinius der Jüngere: Oder wie man einige Millionen Christen rettet.

Wie rettet man einige Millionen Christen?

 

 Ja, wie rettet man einige Millionen Christen vor dem sicheren Tod am Anfang des 2. Jahrhunderts? Indem man es so macht wie Plinius der Jüngere. Man schreibt einen Brief an den Kaiser und verharmlost die Christen. Natürlich kann es nicht jeder so machen wie Plinius, denn war ja der Liebling des Kaisers und sein Wort hatte Gewicht, andere hatten nicht so viel Einfluss. Scheinbar hatten die Christen in der damaligen Zeit ihren besten Mann vorgeschickt.

 

Bisher war es so, dass die heutigen Forscher ( Philologen, Historiker, sogar Kirchenhistoriker etc.) ahnen, dass Plinius entweder ein Christ oder ein Sympathisant der Christen war – wie soll sonst seine Fürsprache für die Christen beim Kaiser sich sonst erklären? Aber es gibt bisher keine Beweise für diese Theorie. Bisher! Ich liefere endlich den Beweis für diese Vermutung mit Zahlen-kritischen Methode. Die Forscher mögen auf das Wort fixiert sein, ich schaue mir die Zahlen an, quasi die andere Hälfte des Textes an. Plinius war ein Christ, wenn auch ein heimlicher und sein Verdienst war es, dass Millionen von Christen gerettet wurden.

Brief 96 aus Buch 10:„Gaius Plinius an Kaiser Trajan.

Es ist mir heiliges Gebot, oh Herr, alles, worüber ich im Zweifel bin, Dir vorzutragen. Wer könnte nämlich besser meinem Zögern eine Richtung weisen oder meine Unwissenheit erhellen?

An Verhandlungen gegen Christen habe ich niemals teilgenommen; deswegen weiß ich nicht, was und inwieweit man hier gewöhnlich straft oder untersucht. Auch bin ich nicht wenig im unklaren, ob ein Unterschied im Alter gemacht wird oder ob noch so Junge den Erwachsenen gleichgestellt sind; ob den Reuigen Verzeihung gewährt wird oder ob es dem, der überhaupt einmal Christ war, nichts nützt, davon abgelassen zu haben; ob der Name an sich, auch wenn er von Schandtaten frei ist, oder ob mit dem Namen verbundene Schandtaten bestraft werden.

Inzwischen habe ich bei denen, dir mir als Christen angezeigt wurden, folgendes Verfahren beobachtet. Ich fragte sie, ob sie Christen seien. Die Geständigen fragte ich ein zweites oder ein drittes Mal unter Androhung der Todesstrafe; diejenigen die darauf beharrten, ließ ich hinrichten. Darüber bestand für mich kein Zweifel, daß Hartnäckigkeit und unbeugsame Starrköpfigkeit auf jeden Fall bestraft werden müssen, was es auch sein mochte, was sie zu gestehen hatten. Es gab andere von ähnlicher Verrücktheit, die ich als römischer Bürger für die Weiterleitung nach Rom vormerkte. Wie das zu geschehen pflegt, traten später, da die Anklage im Verlaufe der Untersuchung weitere Kreise zog, mehere Sonderfälle auf.

Es wurde auch eine viele Namen enthaltende anonyme Schrift vorgelegt. Diejenigen, die leugneten, Christen zu sein, und nach meinem Beispiel die Götter anriefen und Deinem Bilde, das ich zu diesem Zweck zusammen mit den Götterstatuen hatte herbeischaffen lassen, Weihrauch und Wein opferten, außerdem Christus schmähten – lauter Dinge zu denen wahre Christen, wie man sagt, nicht gezwungen werden können -, glaubte ich freilassen zu sollen. Andere, deren Name von diesem Anzeiger genannt wrden war, sagten, sie seien Christen, und leugneten es später: sie seien es zwar gewesen, hätten aber aufgehört, manche vor drei, manche vor mehr Jahren, einige sogar vor zwanzig. Auch diese alle verehrten Dein Bild und die Götterstatuen und schmähten Christus.

Sie behaupten aber, ihre ganze Schuld – oder ihr ganzer Irrtum-habe darin bestanden, daß sie sich an einem bestimmten Tage vor Sonnenaufang zu versammeln pflegten, Christus zu Ehren, wie einem Gotte, im Wechselgesang ein Lied anstimmten und sich eidlich nicht etwa zu einem Verbrechen verpflichteten, sondern kein Diebstahl, keinen Raub, keinen Ehebruch zu begehen, keine gegebenes Wort zu brechen, kein anvertrautes Gut, wenn es zurückgefordert wird, abzuleugnen. Darauf seien sie in der Regel auseinandergegangen und wieder zusammengekommen, um ein Mahl einzunehmen, das jedoch ganz gewöhnlich und harmls war; damit hätten sie aufgehört nach meinem Edikt, worin ich Deinem Auftrag gemäß die Vereine verboten hatte. Um so mehr hielt ich es für notwendig, zwei Sklavinnen, die sie Diakonissen nannten, sogar auf der Folter zu befragen, was wahr sei. Ich fand nichts anderes als einen verkehrten, maßlosen Aberglauben.

Daher habe ich die Verhandlung aufgeschoben und bei Deinem Rat Zuflucht gesucht. Die Sache schien mir nämlich Deines Rates wert, besonders der Zahl der Angeklagten wegen. Viele Leute nämlich, jedes Alters, jedes Standes, auch beiderlei Geschlechts, werden angeklagt und werden noch angeklagt werden. Und nicht nur über die Städte, sondern auch die Dörfer und die Landschaft hat sich dieser ansteckende Aberglaube verbreitet, der jedoch, wie es scheint, eingedämmt und geheilt werden kann. Auf jeden Fall beginnt man erwiesenermaßen die schon beinahe verödeten Tempel wieder zu besuchen und die lange unterbrochenen feierlichen Opfer wieder aufzunehmen und überall wieder Opferfleisch zu verkaufen, für das sich bis jetzt nur selten ein Käufer fand. Daraus ist leicht zu schließen, wie viele Leute gebessert werden können, falls man auf die Reue Rücksicht nimmmt.“

Wir sehen dann die Antwort des Kaisers im nächsten Teil.

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