Verfasst von: jesusandyou | Juni 14, 2010

Lexikon der biblischen Irrtümer über Petrus – hier irrt sich das Lexikon

Der Eigenname von Petrus

 

Sag mir Deinen Namen und ich sag Dir wer Du bist!

Heute kommen wir zu Petrus.

Letztens  ist das

„Lexikon der biblischen Irrtümer“ von Walter-Jörg Langbein (ISBN 3-7844-2922-X copyright Langen Müller in der F.A. Herbig Verlagsbuchhandlung GmbH, München)

in meine Hände geraten.

Wie der Titel des Buches von Langbein schon besagt, behauptet Langbein massenweise Fehler in der Bibel gefunden zu haben. Fairerweise muss ich erwähnen, dass er in dem Buch keinen gänzlichen Angriff auf die Bibel starten will ( auf seiner Website hingegen schon), und dass sogar zwei Beispiele eher positiv zu bewerten sind ( auf die wir irgendwann noch eingehen werden).

Man mag von Langbein denken wie man will, aber einige Thesen von ihm sind es wert zitiert zu werden, denn sie sind auf dem ersten Blick sehr plausibel und sind nicht ohne Hand und Fuß. Doch ob sie stimmen, wie er in seinem Buch darlegen will, ist eine ganz andere Sache.

Dieser Thread handelt nicht von den Irrtümern in der Bibel, sondern von den Irrtümern, die Langbein produziert hat.

Eine der interessantesten „Irrtümer“, die er meint, im Buch wiedergeben zu müssen, sehen wir hier:

„Fels: Warum nannte Jesus Simon „Peter“?

Zahlreiche Namen werden in der Bibel erklärt. Oftmals sind die Begründungen für Namen sprachlich nicht so ohne weiteres nachvollziehbar und eher Eselsbrücken ohne echte linguistische Legitimation. Eine der wichtigsten „Erklärungen“ für einen biblischen Namen bezieht sich auf Simon, der auch Petrus genannt wurde. Warum? Jesus bestimmt, so will es das Evangelium nach Mätthäus wissen: „Du bist Petrus, und auf diesen Felsen will ich bauen meine Gemeinde.“

So einleuchtend die Erklärung anmutet, so unlogisch ist sie. Denn Jesus sprach Aramäisch und nicht Griechisch. Jesus hätte einem Jünger nie einen griechischen, sondern natürlich einen aramäischen Beinamen verliehen. Warum nun nannte Jesus Simon Petrus? Die Antwort findet sich im Aramäischen. Sie ist weit weiniger schmeichelhaft. George M. Lamsa, profunder Kenner der Sprache Jesu, führt aus: Der Name Simon ( Aramäisch Schimun) wurde von vielen Müttern gewählt, die um einen Sohn gebetet haten und erhört worden waren. Dankbar nannten sie ihr Kind dann Schimun, nämlich im Sinne von „Gott hat mich erhört!“ Schimun bedeutet nämlich „gut hörend“, allerdings auch „schnell begreifend“. Nun war aber Simon, Lamsa weist darauf hin, alles andere als schnell von Begriff, sondern schwerfällig und langsam im Denken. Deshalb wurde er von Freunden offentsichlich spöttisch Kepa, also Steinblock, gerufen, eben, weil er träge im Denken war. Die theologische Erklärung „auf diesen Felsen baue ich meine Gemeinde“ muss als Interpretation im Nachhinein gesehen werden. Jesus hat Simon auch nicht in Schimun Kepa ( Simon Petrus) umbenannt, ihm war offentsichtlich bekannt, dass er diesen Beinamen trug. In östlichen Evangelientexten gibt es den Namen Simon Petrus nicht, sondern nur Schimun Kepa.“

Mein Kumpel, hat geschmunzelt, nachdem er die Stelle über Petrus gelesen hatte. Es ging mir ebenso. Die These von Langbein und Lamsa klingt plausibel, aber da ist doch der Wurm drinne.

Tja, worin mag wohl der Irrtum von Lamsa und Langbein hier liegen? Wie kann man die Ehre von Petrus verteidigen, indem man die Argumentation von den beiden zerschlägt?

Immerhin war George M. Lamsa (1892-1975) kein Niemand, sondern Doktor der Theologie, Fellow der Royal Society of Arts, außderdem war er Bibelforscher und -übersetzer. Zudem sprach er 8 Sprachen, seine Muttersprache war unter anderem Aramäisch und war „u.a. der Gesandte des Patriarchen der Kirche des Ostens beim Zweiten Vatikanischen Konzil“

Bringen wir es auf dem Punkt: wie widerlegt man einen hoch geehrten Theologen und Sprachwissenschaftler in seinem Fach – zumal ich kein Aramäisch kann, und auch kein Theologe bin!

1)Über die Intelligenz von Simon:

Hierbei kann man sich wirklich streiten.

Simon war nicht immer der Hellste, aber immer noch schlauer als wir alle. Denn er hatte Jesus als den Messias erkannt. Natürlich betont das Johannes Evangelium immer die Intelligenz des Lieblingsjüngers, aber dieses Evangelium stellt nicht den Rang von Petrus infrage. Manchmal sieht man Petrus zweifeln und er wurde von Jesus mehr als einmal ruppig gerügt, aber Petrus war ein Meister der Improvisation besonders wenn es ums Lügen geht ( mehrmaliges Verleugnen von Jesu ohne zu Stocken und Zögern vor dem Hahnenschrei, die schnelle Antwort Jesus würde Steuern zahlen usw.), und das eigentlich beweist doch wie schnell Petrus von Begriff war. Warum hatten die Jünger Petrus zum Sprecher ausgewählt, wenn von ihm angeblich nur dummes Zeug kam??? Außerdem war Petrus Verfasser von Briefen… Lamsa unterschätzt wohl die Intelligenz von Petrus und irrt in dieser Hinsicht.

2)Bedeutung des Namen Simon:

Es muss nicht unbedingt sein, dass der Name Simon aus dem Aramäischen stammen muss, der kann durchaus Griechisch sein. Natürlich klingt es durchaus plausibel, dass die Eltern von Petrus ihm diesen Namen gegeben hat, weil sie angeblich so lange auf ein Kind gewartet haben. Laut Kirchentradition war
war er ja der Ältere Bruder von Andreas, ebenfalls Apostel, also kann der Name schon zutreffen. Denn wäre er der Jüngere macht das Warten auf ein Kind ja keinen Sinn.

Aber ich weiß nebenbei, dass der Nachbar und Schüler von Sokrates im alten Athen ein Schuster mit dem Namen Simon mehrere Sokrates Dialoge schrieb ( meint jedenfalls Diogenes Laertios). Und und Sokrates lebte aber im 5. Jahrhundert v. Chr. Zugleich weiß ich auch, dass das Palästina zur Zeiten Jesu sehr stark von der griechischen Kultur beeinflusst wurde ( siehe Makabäer Bücher in der Bibel über die Zeit kurz vor Jesus Christus, nämlich 1.und 2. Jahrhundert gegen den Kampf gegen die griechischen Einfluss). In der Bibel im Johannes Evanglium sehen wir auch, dass Jesus „die Griechen“ empfangen hatte. Jesus konnte durchaus neben Hebräisch, Aramäisch auch Griechisch gesprochen haben. Es ist nicht die Einzige Stelle über den Kontakt Jesu mit den Griechen. Das griechische Simon bedeutet „stumpf, plattnasig“ (www.beliebte-vornamen.de/4944-simon.htm)

3)Nicht die Jünger Jesu/ Freunde von Simon, gaben Simon den Namen Kepa:

Wer jemanden benannte hatte Macht, Einfluss über die Person, dem man den Namen gab. Das ist der Grundsatz aller Namensgebungen. Nun war Petrus aber der Anführer unter den Jüngern Jesu, also konnten sie ihm diesen Spitznamen „Kepa“ gar nicht gegeben haben, sondern Jesus selbst, der Rabbi, Meister über die Jünger. Somit ist können die Jünger Jesu gar nicht dieses Wortspiel gemacht haben, um über Simons Intelligenz lustig zu machen, wie Lamsa und Langbein es gern gesehen hätten.

4) Lamsa missinterpretiert Stein als dumm.

Da bringt wohl Lamsa was durcheinander. In der Bibel wird der Stein oder der Felsen fast immer als positiv gesehen und hat schon gar nicht die negative Bedeutung „träge“. Denn Jesus war der Eckstein, der verworfen wurde. Jakob bot Jahwe einen Stein als „Wohnung“ an usw…
In der heutigen Zeit bezeichnen wir jemand als „hölzern“ ( Holz ist wie Stein auch ein Material zum Bauen), man denke an Woody Allan, und bezeichnet damit dass diese Person begriffstutzig ( in Gefühlen) sei. Es mag zwar sein, dass man jemand als einen Stein bezeichnet, weil diese Person gefühls-kalt ist. Aber wie schon gesagt, in der Bibel ist Stein positiv, und deswegen muss Kepa / Kephas positiv sein. Dieser Spitzname kann unmöglich als eine Beleidigung sein. Somit irrt sich Lamsa auch hier erneut.

Folglich zerfällt deren Argumentation sowohl sprachlich (linguistisch), als auch wegen der (Namensgebungs)Tradition / Bibeltradition zu Staub.

5)Gegenprobe:

Jetzt folgt das Todesstoßargument gegen Lamsa und Langbein. Wenn Simon von Schimun ( Aramäisch) und nicht Simon ( Griechisch), ist dann müsste man das doch an seinen nächsten Verwandten prüfen können. Der nächste Verwandte ist Andreas und das ist 100% und unstrittig ein Griechischer Name, stammte von Andreia und hatte die Bedeutungen „Tapferkeit, Tüchtigkeit, Mannhaftigkeit“ ( de.wikipedia.org/wiki/Andreas). Folglich können die Eltern von Simon Petrus nach seiner Geburt durchaus den griechischen Namen Simon und nicht Simon / Shimun ( Aramäisch) gewählt haben. Denn Andreas ist ja selber Griechisch. Der Vater von beiden heißt Johannes und ist die griechische Form des hebräischen Yochanan. Auch hier hat dieser Names nichts mit dem Aramäischen zu tun. (www.baby-zeit.de/service/vornamen/j/johannes.php)

Lamsas und Langbeins Argumente sind zwar plausibel bestehen aber die Gegenprobe nicht, somit ist die Ehre von Petrus gerettet. Er – Petrus – war intelligent ( aber zugegeben nicht der Intelligenteste von den Jüngern Jesu) und alles andere als dumm…

Gruss

Jesusandyou’s Blog Redakteur

geschrieben für Alle und gewidmet an den Heiligen Petrus

Etwas Info über Lamsa, zum Beispiel:
www.verlaghjmaurer.de/lamsa.htm

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Responses

  1. mann mann mann, habt Ihr Sorgen! und immer hübsch mit Kleinkariertheit den Blick fürs Ganze verstellen.

    • Manchmal ist die Welt nun mal kleinlich…


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