Verfasst von: jesusandyou | Februar 1, 2011

Das Buch „Jesuswahn“ – Wo sind die Rezensionen alle hin?

In letzter Zeit ist ein obskures Buch mit dem Titel „Jesuswahn“ von Dr. Heinz Werner Kubitza,  auf dem Markt gekommen.

Wie der Titel dieses Buches es schon verdeutlicht, verbirgt der Autor nicht seine Absicht, sondern posaunt seine Thesen lautstark in die Welt hinaus. Das Buch strotzt nur so vor Desinformation und falschen Schlussfolgerungen, dass  man eigentlich gar nicht weißt wo man anfangen sollte.

Nun ist es ja an sich nichts Neues, dass solche ketzerische Bücher von Abtrünnigen auf dem Markt kommen, aber warum wird dieses Buch nicht von den Theologen rezensiert? Schließlich werden sie doch vom Staat und Kirchen jahrelang ausgebildet und hoch bezahlt um den Glauben zu verteidigen?

Die einzigen Rezensionen, streng genommen sind das eher Werbetexte, oder sonstige Lobhudeleien trifft man ausschließlich auf irgendwelchen Esoterikseiten und Esoterikzeitschriften oder auf Internetseiten von Atheisten.

Faulheit oder Inkompetenz?

Worin könnte die Erklärung für dieses Phänomen liegen? Warum gibt keinen Aufstand der hochbezahlten Theologen oder idealistischen Studenten der Theologie? Wo sind die engagierten Laien alle hin?

Gemäß dem Prinzip der 3 Affen, stellt man sich taub, blind und stumm und gibt vor von Nichts zu wissen.

Schließlich ist das auch der bequemere Weg! Nach Strategie „Querschläger durch Nichtbeachtung strafen“ hofft man, dass irgendwann Gras über die Sache wächst und dass die Angelegenheit von sich selber erledigt. Irgendwann wird die Sache schon vergessen sein.

Meiner Meinung ist das nicht nur eine falsche Bequemlichkeit, sondern auch pure Feigheit.

Schweigen bedeutet aber  Zustimmung!

Natürlich verstehe ich in welcher Lage sich die Theologen befinden. Wer sich einmischt, zieht damit unglaublich viel Ärger auf sich.

Wenn einer es wagt das Buch angreifen, dann machen sie sich zum Gespött der Kollegen. Denn der “Jesuswahn“ gibt nicht nur vor den aktuellen Stand der Forschung zu geben, sondern das Buch hält wirklich, was es verspricht.

Insgeheim halten die meisten Theologen im Wesentlichen die Thesen im Buch für richtig aber sie haben den Mut nicht es Kubitza gleichzutun. Sich mit dem Buch „Jesuswahn“ anzulegen heißt auch sich mit seinen eigenen Lehrern und Professoren und ihren Theorien anzulegen.

Eigentlich Kubitza erzählt ja nichts Neues, wie ein Papagei wiederholt er und fasst lediglich zusammen, was für einen blanken Unsinn die historische-kritische Forschung von sich gibt. Somit ist Kubitza unter den Gelehrten „mainstream“.

Sich also gegen das Buch aufzulehnen heißt ja, sich gegen den Konsens in der Theologie hinwegzusetzen und würde unglaublich viel Ärger mit sich ziehen. Es stünde dann einen unendliche Gelehrsstreit bevor. Für die meisten Theologen gilt sowieso: Ihnen fehlen einfach die Gegenargumente gegen den wissenschaftlichen Konsens. Wenn Ihnen schon über die Argumente verfügen, dann würden sie nicht erst auf das Buch „Jesuswahn“ warten!Deswegen lässt man bloß den Finger davon. Theologen sind ja nicht blöd!

Sollte einer der Theologen es doch den Leichtsinn besitzen, eine Rezension für das Buch zu schreiben, dann stehen ihm heftige Reaktionen vom Kirchenvolk bevor. Für den normalen Gläubigen wäre es nicht überhaupt nachvollziehbar, wenn ein von Staat oder Kirche engagierter Theologe Verrat gegen Jesus begeht.

Fazit:

Also warum sollte man sich einmischen, wenn es eh nichts zu gewinnen gibt? Ein Für wäre fatal, ein Dagegen wäre nicht weniger schlimm. Pest und Cholera sollte man vermeiden, also schweigt man und beobachtet. So sind unsere heutigen Theologen…



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Responses

  1. Ich studiere auch Theologie. Aber nun, nur weil man Theologie studiert oder Theologie studiert hat, ist man noch lange nicht derjenige, der Lust verspürt alle möglichen (religiösen) Bücher zu lesen – Bücher wie diese gibt es wie Sand am Meer und ich kann es wirklich sehr gut verstehen, dass man müde wird, diese zu diskutieren. Und wenn schon! Wen interessiert das? Auch „Die Hütte“ beispielsweise wurde stark von Theologen kritisiert – und trotzdem wurde sie zum Kassenschlager – obgleich sie – biblisch (nicht nur theologisch) gesehen absoluten Unsinn beinhaltet.
    Übrigens empfinde ich es nicht so, dass ich jahrelang ausgebildet werde, „um den Glauben zu verteidigen“ – ganz genauso wie Biologen nicht ausgebildet werden, um die Pflanzen zu verteidigen, sondern es gibt weit mehr Möglichkeiten, die Erkenntnisse dieser Wissenschaft (!) produktiv zu nutzen. Und anbei ist Gott kein Kriterium für die Wissenschaft.
    Außerdem glaube ich, dass in dem Buch wieder mal Thesen diskutiert werden (ohne es gelesen zu haben), die aus dem letzten Jahrhundert stammen – so platt, dass sich jeder Laie darüber aufregen kann. Das kennt man und – hat man einer dieser Bücher eine Rezension geschrieben, muss man das nicht noch bei tausend anderen Büchern auch tun. Das ist ja gerade das Typische an der Wissenschaft, besonders in der Theologie: Das es eben keine Einheitsmeinung gibt und die, die (in der Wissenschaft) sagen: So ist es!, die lügen.
    Deine Polemik gegen Theologen ist dabei nicht weniger platt als die des Buches, möchte ich mal behaupten. Und ich bin satt, für alles, was im Christentum geschieht, verantwortlich gemacht zu werden und in Schubladen gesteckt zu werden, nur weil ich Theologie studiere – andere können auch studieren, ohne gleich für den Weltfrieden hinhalten zu müssen – es steht jedem offen, auch DIR! (Wenn du der Meinung bist, es besser zu können …)

  2. Hallo Mailin!

    Was heißt hier Polemik? Ein einzelner Theologe oder Thologiestudent oder Stundentin kann natürlich nicht die Zeit haben und kann auch nicht für alles zuständig sein. Aber als Kollektiv muss die Gesamtheit dafür verantwortlich sein!

    „Jesuswahn“ kommt nicht mit alten Thesen, sondern die sind gängig und allgemein unter den Theologen anerkannt! Das ist das Groteske an der Sache!

    Vielleicht wird es Dir noch nicht aufgefallen sein, aber unter den Atheisten und Abtrünnigen sind nicht wenige Ex-Theologen oder Ex-Theologie-Stundenten! Warum ist das so? Schon mal daran gedacht, dass die Unis nur Unsinn lehren, was sie als Wissenschaft verkaufen?

    Seit wann ist die Theologie eine Wissenschaft? Sie meint den Anspruch zu besitzen, aber das ist der großer Unsinn. Denn die christliche Theologie gibt ja vor, den Forschungsgegenstand „JESUS“ zu haben. Sag mir wieviele Studenten wissen, was der Name Jesus bedeutet? Nicht einmal eine richtige Begriffsdefinition vom Forschungsgegenstand haben die und dann soll das Wissenschaft sein? Ich würde laut lachen wenn die Sache nicht so traurig wäre.

    Ja das ganze Neu-Testament behandelt über 90% den Namen von Jesus! Wieviele Bücher über den Namen von Jesus kennst Du und wieviele wurden überhaupt geschrieben! Ist das kein Skandal? Frag mal Deine Profs, ob die wissen, was der Name Jesus bedeutet! 40 Jahre die Bibel behandelt und versteht nicht was der Name Jesus bedeutet. Das ist so beschämend!

    Die jetzige Theologie ist unwissenschaftlich! Die weißt gar nichts und behauptet doch alles zu wissen! Deswegen bringt sie die Leute von Gott weg und produziert schwachsinnige Texte gegen Jesus!

    Ja, die Theologie in dieser Form muss irgendwann untergehen!
    Wird mal Zeit, dass dieses alte Gerüst mal reformiert wird.

    VG
    Khoi

  3. Die Bedeutung des Namens Jesus hatten wir gerade eben erst wieder in Hebräisch: Gott möger retten, er stammt von dem Verb (auf Lautschrift) jascha = retten – im Hebräischen ausgesprochen hoschia.

    Wie schon gesagt: Es gibt nichts, was man glauben muss, sondern verschoedene Thesen. Und Theologen sind sicher nicht die Einzigen, die Christen waren und zu Atheisten werden. Sicher ist Theologie nichts, was den Glaube stärkt, sondern ihn eher auf die Probe stellt, aber das Risiko geht man mit dem Studium nun mal ein, dafür entscheidet man sich selbst. Kierkegaard übrigens sagte (und ich stimme ihn zu), dass der, der den Glauben verteidigt gar nicht wirklich glaubt, weil er ihn dann nicht rechtfertigen würde. Ein Verliebter rechtfertigt seine Liebe schließlich auch nicht!

    • Hallo Mailin,

      ich schätze es sehr, dass Du Jesus liebst. Und es gibt wohl noch einen Lichtblick, denn Du scheinst einige wenige gute Lehrer erwischt zu haben. Das ist schon einmal eine Hoffnung… aber das wissen um den Namen von Jesus ist so beschränkt und fast kaum erforscht. Du kannst nicht vorstellen, welche Veränderungen es erst hervorbringt, wenn die Forschung endich mal den Namen Jesus ernst nimmt und den Namen endlich zum Forschungsgegenstand machen.

      Aber nichtsdestotrotz egal wie gut Deine Lehrer sind, so bist Du als gläubige Studentin genau im Feindesland gelandet.

      Es wird der Zeitpunkt kommen, indem Du Jesus verleugnen musst, um die Prüfungen zu bestehen und um genug Punkte zu bekommen. Tu einfach was die Professoren verlangen, ansonsten bekommst Du keinen Abschluss… Nach dem Abschluss kannst Du immer noch Deine Meinung vertreten…

      Da Du Protestantin bist empfehle ich diese Autorin:

      http://bitflow.dyndns.org/german/EtaLinnemann/Original_Oder_Faelschung_1999.pdf

      Sie sagt Dir was an den Universitäten gelehrt wird…

      VG
      Khoi

      • Woher genau entnimmst Du, dass ich Jesus liebe?

        Warum meinst Du, dass eine Forschung nach dem Jesus-Namen so viel bringen würde, wenn es doch nicht erforscht ist? (finde ich wirklich interessant, v.a. weil ich mich auch sehr für Sprachen, insbesondere Hebräisch interessiere).

        Weißt, ich glaube nicht, dass ich in der Prüfung meinene Glauben verleugnen muss, das dachte ich anfangs auch. Ich habe aber mehr und mehr das Gefühl, dass Glaube und Wissenschaft gar nicht in Konkurrenz zueinander stehen. Glaube ist nur eben kein Bestandteil der Wissenschaft.

        Vielleicht kurz so ausgedrückt: Wissenschaft ist Spekulation (alles andere ist unwissenschaftlich – es gibt immer nur Wahrscheinlichkeiten) – Glaube ist hingegen Gewissheit. Da gibt es kein mehr oder weniger, kein vielleicht oder doch nicht.

        Ich glaube ernsthaft, dass wenn die Wissenschaft den Glauben als richtig beweisen würde, das Christentum innerlich absterben würde. Dann würde der Glaube nämlich reduziert auf ein Für-wahr-halten, es gäbe keinen Unterschied mehr zwischen einem Heiden und einem Christen.

        Beweise sind eigentlich im Glauben (und Unglauben) immer falsch.

        Und wenn Du Theologie das „Feindesland“ nennst, kann ich Dir nur sagen, das ist genau der Ort, an dem die Gläubigen immer schon waren, ich würde fast sagen, ihr rechtmäßiger Ort. Schon die Juden und dann die Christen. Jeder Christ ist doch irgendwie im Feindesland – in einigen Ländern nur offensichtlicher als hier.

        Ich bin übrigens oft mehr betrübt über die Studenten als über die Dozenten, auch wenn ich nicht finde, dass wir besonders gute haben. Ich merke mehr und mehr, dass ein Grundwissen der Bibel einfach fehlt – und das müsste einfach Basis sein, sonst kann man eben Thesen wirklich nicht einordnen, reflektieren etc. – dann muss man eben das glauben, was der da vorne sagt und das ist schlimm.

        Es ist meiner Ansicht nach die Aufgabe der Wissenschaft, auch etwas in Frage zu stellen – aber wenn das, was in Frage gestellt wird, nicht einmal verstanden wird, dann wird es eben sehr gefährlich.

        Nur: ich wollte doch noch bemerken, auch in der Theologie gibt es Dinge, die sehr gewinnbringend auch für den Glauben sind (nicht nur für das Interesse) und es gibt auch immer wieder neue Ansätze – das sind dann eben Minderheitsmeinungen.

        Naja, so viel dazu. Ich habe gerade sehr viel Zeit, merkt man glaub ich 😉 .

        Das Buch von Linnemann hab ich übrigens bei mir stehen, jetzt gibt’s des schon auf PDF … habs aber noch nicht ganz gelesen, fand damals die Sprache sehr aggressiv, aber vielleicht lese ichs mal irgendwann …

        Bis denne

  4. Alles was alt ist, muss nicht unbedingt falsch sein!

    Statt dass Sie hier gegen den Autor polemisieren (posaunt lautstark in die Welt hinaus), ohne ein einziges Argument vorzubringen, wäre es besser, wenn Sie nicht auf andere warten, sondern mal argumentativ auf einen Text von Kubitza eingehen würden. Mich würde wirklich interessieren, warum die These, dass von einem wahren Kern ausgehend Jesus die Gottessohnschaft von Paulus und den Evangelisten angedichtet worden ist, falsch sein soll. Oder können sie nur nachplappern, was Ihnen vorgebetet wird?

  5. Sehr geehrter Herr Berger,

    selbstverständlich war Jesus der Sohn Gottes, und er war zugleich auch Gott.
    Sie möchten wissen was an Kubitzas These, Jesus sei kein Gottessohn falsch ist? Alles daran ist falsch. Ohne lange zu schreiben fasse ich das kurz zusammen.

    Kubitza argumentiert so:

    1) Das Reich Gottes ist die Hauptbotschaft von Jesus
    „Die neutestamentliche Forschung ist sich einig, dass der Hauptinhalt
    der Predigt Jesu in der Ankündigung des nahen Gottesreichs
    bestand, wie es z. B. in Mk 1,15 ausgedrückt wird: „Das Reich Gottes
    ist nahe herbeigekommen.“ “ ( Jesuswahn, Seite 96)

    2) Das Gottes Reiches soll laut Jesus nahe sein. Leider sieht man nichts davon!
    _______________________

    –> 3) Jesus hat sich geirrt = Jesus war somit nicht Gottes Sohn = Evangelisten und Paulus haben erdichtet, dass Jesus Sohn Gottes war.

    „Nach 2000 Jahren warten die Christen immer noch auf die Zeitenwende, die ihnen ihr Herr fälschlicherweise als unmittelbar bevorstehend angekündigt hat. Und man darf den Kirchen mit Recht die Frage stellen, wieder Sohn Gottes, als den sie ihn ja verkündigen, sich so habe irren können. In seinem Glauben an das nahe Reich Gottes erweist sich Jesus eben nicht als göttliches Wesen, sondern viel mehr als Kind seiner Zeit.“ ( Jesuswahn, Seite 98)

    Widerlegung der Argumente von Kubitza:

    1) Erst einmal zur Klarstellung: Hauptgegenstand von den Predigten Jesu war er selber und nicht das Reich Gottes! Egal was die Mehrheit der Theologen behauptet, sie irrt sich. Jesus redet die ganze Zeit vor allem von sich oder von seinem Vater. Braucht man ja nur anhand der 8 Seligpreisungen zu sehen. Oder das Vaterunser. Beispiele gibt es genug, und ich werde diese hier nicht aufzählen. Jesus ist der Urheber vom Reich Gottes. Das Reich Gottes ist nur das Produkt, das Ergebnis von den Taten Jesu. Quasi seine Schöpfung. Hier hat die herrschende Forschung leider Ursache und Wirkung durcheinander gebracht.

    2) Das Reich Gottes ist nicht nur nah sondern wirklich da. Und zwar wer an den Namen Jesus, der „Gott ist Rettung“ bedeutet, glaubt, der erlebt das Reich Gottes. Jesus ist der Schöpfer des Reich Gottes!

    _________________

    –> 3) Das Reich Gottes ist da, weil Jesus da ist! Jesus ist da, wenn man glaubt, dass er rettet. Da das der Fall ist, ist Jesus wirklich der Sohn Gottes. Somit ist die Gottessohnschaft Jesu von den Evangelien und Paulus nicht erdichtet. Wer nicht an Jesus glaubt, sieht dann eben das Reich Gottes nicht.

    Herr Berger, ich denke das reicht erst einmal für heute!

    Gute Nacht
    Khoi Dinh

  6. Hi Mailin,

    Ziel der Theologie ist es doch die Erforschung Gottes. Jedenfalls wird das so behauptet. In der christlichen Theologie ist Jesus Gegenstand der Forschung. Wenn man den Namen Jesu erforschen würde, ja dann würde man die Bibel auch mehr verstehen, denn das Neue Testament spricht ständig von diesem Namen und fast alles kreist sich um diesen Namen. Sie ist ja quasi die Frohe Botschaft, die Zusammenfassung des Evangelium Jesu: „Gott ist Rettung!“. Ja, dass die Leute das immer noch nicht wissen ist beschämend! Wer ist schuld daran? Die Theologen von den Unis!

    Indem die jetzige Theologie das missachtet und verdrängt und sich nicht die Mühe macht, ja sie kommt nicht mal drauf, bleiben als Faktengrundlage nur noch weniger 10 % des Neuen Testaments als Forschungsmaterial. Gerade diese Verachtung von Quellenarbeit macht die jetzige Form der Theologie zu einer unwissenschaftlichen Arbeit. Als Christ glaube ich, dass Wissenschaft sich nicht mit dem Glauben nicht widerspricht.

    Wenn also die Theologie den Glauben widerspricht, und die Theologie behauptet von sich eine Wissenschaft zu sein, dann muss diese folglich falsch und unsachlich arbeiten ,sozusagen unwissenschaftlich sein. Als Beispiel habe ich Dir schon eben die Sache mit dem Namen gegeben.

    Die Theologie behauptet ja über Jesus, den Logos zu forschen. Der Logos ist das Wort ( mit seinen verschiedenen Bedeutungen). Welche Wörter sind in den Sprachen am Wichtigsten? Namen! Welcher Name ist am Wichtigsten im Neu-Testament? Jesus! So einfach ist das. Also sind die ganzen Bücher über den Namen Jesus? Ergo: die Theologie in jetziger Form arbeitet unwissenschaftlich. Über 90% Inhalt von den Quellen zu ignorieren ist zu schäbig und skandalös!
    Und dann meinen diese Leute zu behauptet Jesus wäre nur ein Wanderprediger… Diese Leute wissen gar nichts von Jesus und erst Recht nicht von Wissenschaft.

    Ja, was hat die historisch-kritische Theologie in seinen 150 Jahren über das Vaterunser zu sagen? Schau Dir die Literatur an! Eigentlich wenn man das ernsthaft nehmen würde, ja dann müssten Regale voller Bücher das Vaterunser geben! Die heutigen Forscher verstehen weder noch warum es zwei Versionen gibt, noch wie der Aufbau ist! Und diese Forscher wagen es Jesus zu beleidigen mit angeblichen wissenschaftlichen Beweisen? Das Sie mit Ihrem Unwissen sich selber verblenden ist schon schlimm, aber sogar die meisten Ansätze ihrer sogenannten Forschung wird jetzt an den Schulen verkündet!

    Ich hoffe damit habe ich diese Frage einigermaßen beantwortet:
    „Warum meinst Du, dass eine Forschung nach dem Jesus-Namen so viel bringen würde, wenn es doch nicht erforscht ist? (finde ich wirklich interessant, v.a. weil ich mich auch sehr für Sprachen, insbesondere Hebräisch interessiere).“

    Du wirst bestimmt die Q-Theorie an der Uni durchnehmen! Lies Linnemann durch, dann wirst Du erkennen warum diese Theorie so absurd ist! Es gibt übrigens noch mehre Gründe warum diese Theorie absurd ist… und das bringen die den Schülern in den Schülern bei und sagen noch… das wären ja alles Erdichtungen, weil laut Q… die anderen Jesusworte nicht Jesusworte sein können…aber mehr dazu ein andern mal.

    VG
    Khoi

    P.S.:

    Woher ich weiß, dass Du Jesus liebst?

    Du hast es selber geschrieben: „Kierkegaard übrigens sagte (und ich stimme ihn zu), dass der, der den Glauben verteidigt gar nicht wirklich glaubt, weil er ihn dann nicht rechtfertigen würde. Ein Verliebter rechtfertigt seine Liebe schließlich auch nicht!“

  7. Okee, jetzt versteh ich einiges. Wobei ich immer noch der Meinung bin – wenn die Wissenschaft schon andauernd sich selbst widerspricht, ist es ja kein Wunder, dass sie „DEM Glauben“ widerspricht, liegt ja in der Natur der Sache. Etwas anderes sind Dogmen – aber hier handelt es sich ja nur um Überlegungen. Das man mit den Methoden nur gewisse Gesichtspunkte erforschen kann (z.B. wie oft ein bestimmtes Wort im AT und NT vorkommt) finde ich auch irgendwie klar.

    Und das mit Q, ja des „kenn“ ich schon – des war die Vorlesung, aus der ich letztes Semester raus bin – interessiere mich eher für AT – aber ich bin nicht mal sicher, ob des nicht schon längst wieder anders gesehen wird. Beim AT ist es jedenfalls so, dass die „Quellentheorie“ veraltet ist.

    Und: Ich bringe Schülern (wenn ich überhaupt Pfarrer o.ä. werde) nur das bei, was ich selber glaube – nicht, was irgendeiner behauptet. Und das machen wohl alle so. Aber naja, ich kann da kaum was zu sagen – war selber auch gar nicht im Religionsunterricht.

    Viele Grüße

  8. Hallo Mailin,

    ich verstehe, dass Du nur Deinen Schülern beibringen willst was Du selber glaubst. Aber Deine Meinung spielt keine Rolle, denn es gibt Lehrpläne, die vom Staat oder von den Kirchen verordnet werden. Entweder Du hältst Dich daran oder Du kannst woanders Dich betätigen. Die wollen keine Störenfriede.
    Du glaubst es nicht?

    Dann google unter „quellentheorie Bibel unterricht“, Du wirst sehen, dass die 2 Quellentheorie als bare Münze unterrichtet wird und zwar an vielen Schulen… Schau und staun… Und zwar heißt es Theorie aber man muss um bestehen zu können, schreiben, dass diese Theorie, anerkannt ist. Somit gilt sie als die einzige Weisheit. Kritik wird nicht zugelassen.

    Und zwei Quellentheorie im Neu-Testament ist nun mal Q ( = Goldes Kalb oder goldene Kuh/ Q???) Und an diese Vorgaben hast Du nichts zu rütteln… das ist wissenschaftlicher Konsens! Äh ich meine natürlich unwissenschaftlicher Konsens. Bis sich da was geändert hat, hat man schon Millionen junge Menschen desinformiert…

    Bezüglich Deinen Profs. wenn die Quellentheorie im Alt_Testament so veraltet ist warum wird diese noch unterrichtet?Und welche Alternative Theorien haben sie zu bieten? Kritik ja, aber wo ist die Alternative?

    VG
    Khoi

  9. Hallo Khoi!

    Erstens kann man schon unterrichten, was vorgegeben ist, und dann seine eigene Meinung dazu kundtun – ich war auf ner Waldorfschule und bin ganz andere Auffassungen gewohnt …
    Ich glaube, das Schlimmste, was man überhaupt machen kann, ist Schülern etwas beizubringen und es für einzig richtig hinzustellen (egal was).
    Das Wichtigste, ist den Schülern eigenes Denken beizubringen und das kann derjenige, der die Gedanken selbst einmal durchgegangen ist, der reflektiert ist, nicht, der „blind“ glaubt.

    Beispiel Evolutionstheorie: Ich bin kein Kreationist, aber ich glaube auch an die Evolutionstheorie nicht, obwohl ich sie wie alle anderen Schüler auch gelernt habe. Warum? Weil ich hinterfragen konnte und vieles mir unschlüssig war.

    Lernen sollte immer bedeuten, selbst denken zu lernen.

    Aber wie gesagt, ich bin wohl vollkommen anders aufgewachsen als du.

    Religionsunterricht sehe ich aber insgesamt auch sehr kritisch.

    Warum noch immer Dinge beigebracht werden, die längst nicht mehr dem „wissenschaftlichen Konsens“ entsprechen? Weil das grundsätzlich in der Schule so ist – sie ist immer mindestens 20 Jahre den wissenschaftlichen Diskussionen hinterher – in quasi allen Fächern. Und je älter die Lehrer bzw. Pfarrer sind, desto mehr.

    Ich bin nicht der Top-Theologe, aber man beobachtet in der Theologie zumindest eine Art „Abmilderung“ – also nicht, dass die gesamte Literarkritik für falsch erklärt wird, aber dennoch, dass ihre Methoden zu hinterfragen sind. Wissenschaftlich ausgedrückt: Es kommt immer mehr ein Blick auf die synchrone statt der diachronen Exegese, also die Bibel AUCH im Zusammenhang versuchen zu verstehen, bevor man dann über einzelne Stellen nachdenkt. Man kann sagen, es ist eine gewisse Demut eingesetzt. Ich meine das ganz wissenschaftlich. Man merkt einfach schon selbst, dass die Literarkritik, so wie sie besteht, nicht viel taugt und tausend andere Ergebnisse bringt, die sich widersprechen. Man wird vorsichtiger.

    Die AT-Dozentin die ich habe beispielsweise, arbeitet zwar auch mit Literarkritik, kritisiert aber sehr die übliche Methode. Heißt: Sie arbeitet v.a. mit „Stilstatistik“. Da beachtet man nicht die außergewöhnlichen Wörter, sondern die kleinen Wörter und wie sie gebraucht werden, weil ein Schreiber auf sowas eher nicht achtet. Naja, kurz gesagt, mit dieser Methode kommt man auf ganz andere Ergebnisse als bei der üblichen Literarkritik. Und sie erscheint mir zumindest logischer. Aber da kann man sich streiten. Ist auch (noch) eine Minderheitsmeinung.

    Warum ich das schreibe (du wirst es wohl genauso schlimm finden), ist eigentlich nur: Für mich geht es nicht darum, in der Theologie zu lernen, was richtig ist, was ich zu glauben habe. Dafür lese ich jeden Tag in der Bibel, bete etc. Sondern was ich an der Theologie spannend finde, ist gewissermaßen die „Spielerei“ – der Versuch mit menschlichen Mitteln (ohne Gott) Wahrheit zu suchen. Das finde ich spannend. Es hat was von einem ständigen Scheitern. Aber das sind echt wichtige Erfahrungen.

    Ich lebe in dieser Zeit und möchte irgendwie teilnehmen an dieser Zeit, an ihren Gedankengängen. Indem man wissenschaftlich arbeitet, lernt man ungeheuer viel darüber, wie Menschen heute allgemein denken. Wenn ich mich jetzt in mein Schlupfloch zurückziehen würde und alles, was ich falsch finde (u.a. die Literarkritik), ablehne, mache ich genau das, was ich immer gehasst habe. Ich finde, es ist gerade für einen Christen wichtig, irgendwie an dieser Welt teilzunehmen, natürlich ohne sich ihr anzugleichen.

    Dafür muss man natürlich nicht Theologie studieren (man kann auch vieles anderes tun), aber für mich ist es eben das, wovon ich spüre, dass ich es tun soll. Ton und Keramik – überhaupt Kunst interessiert mich z.B. auch sehr, aber doch habe ich den Ruf hin zur Theologie verspürt und darum studiere ich es.

    Im Übrigen glaube ich, dass man sich in fast jedem Beruf irgendwie verleugnen muss. Menschen, die für die Wahrheit eintraten, wurden in fast allen Zeiten und Orten entweder ans Kreuz geschlagen, gesteinigt, erschossen oder in Gaskammern gesteckt.

    Viele Grüße

    Mailin

  10. Hallo Mailin,

    es geht bei der Theologie nicht darum SICH zu verleugnen, sondern JESUS. Und zwar so in der Art, dass einem das eher unbewusst geschieht. Ehe man sich versieht ist man ein Ketzer… aber was schlimmer ist: wenn die Wissenschaft Recht hätte… aber sie hat eben nicht Recht die Theologie.

    Beim Unterricht ist es Ziel der Sache Lerninhalte zu vermitteln an die Schüler… Und den wenigsten Lehrern gelingt es den Schülern kritisches Denken zu vermitteln… sondern da geht es nur drum eine Theorie zu behandeln und darauf sind die Prüfungen aufgebaut. Zwar heißt es zwar Theorie… aber diese Theorie wird wie ein heiliger Gral behandelt. Und das Schlimme dabei… es tut sich niemand darüber aufregen… Von Deinem Standpunkt mag es vielleicht spannend sein, Theorien auzuprobieren und sich an diese zu arbeiten. Aber nicht alle haben diese Neugierde oder einen solchen Intellekt. Und da kann es nicht sein, dass man ungegoreren Theorien auf die Menschheit hetzt und sie ins Verderben stürzt.

    VG
    Khoi

  11. Naja da hast du aber viel vor – betrifft nämlich nicht bloß dir Theologie, sondern die gesamte Wissenschaft, ja Pädagogik. So gesehen stimme ich Dir sogar zu – aber eben, sieh Dir die Geschichte an – wie wenig haben die Menschen z.B. gegen den Nationalsozialismus protestiert – und sag jetzt nicht, die konnten das nicht! Sie lebten in ähnlichen Zwängen wie wir. Dass aber nur auf die Theologie abzuwälzen ist denkbar falsch. Die Theologie geht auch nur nach ähnlichen Methoden vor, wie es sonst so üblich ist.
    In den anderen Wissenschaften übrigens verleugnet man Jesus auch – er spielt einfach keine Rolle. Das ist meines Erachtens fast noch schlimmere Verleugnung, als ihn bewusst zu verleugnen.

  12. Hallo Mailin,

    ich verstehe Deinen Standpunkt.. aber was ist wenn die historischen Wissenschaften sich irren können? Die Geschichtswissenschaft gehen davon aus, dass es keine Wunder gibt, weil das unwahrscheinlich und angeblich nie bezeugt ist. Diese Art zu arbeiten hat die historisch-kritische Theologie übernommen. Was ist aber wenn diese Methode falsch ist? Das heißt, wer diese Methode übernimmt muss Jesus verleugnen. Wenn es keine Wunder gibt, ja wenn Jesus keine Wunder gemacht hat, dann gab es auch keinen göttlichen Jesus! Das ist Verleugnung!

    Die Theologie arbeitet mit sehr vielen falschen Vorraussetzungen, die meistens falsch sind. Zum Beispiel:

    1)Wegschmeißen von Zahlen im Text und beachten nur die Buchstaben. Das heißt die Hälfte der Information geht verloren! Dabei weißt doch fast jeder das die arabischen Zahlen erst im Mittelalter in Europa eingeführt wurden.

    2)Das Nichtbeachten von Regeln der Ästhetik: 90 % vom Informationsgehalt geht verloren! Ein Kriterium für objektive Schönheit ist Symmetrie… deswegen der Buchstabe Beth als erster Buchstabe und nicht Aleph im Schöpfungsbericht. Deswegen zwei Namen Gottes, deswegen zwei Schöpfungsberichte, deswegen zwei Formen der 10 Gebote, deswegen zwei Versionen des Vaterunsers, deswegen 4 Evangelien, deswegen zwei wunderbare Speisungen etc. Diese Theorie der Ästhetik soll die Theorie der 2 Quellentheorie entgültig den Todesstoß geben, denn sie ist viel plausibler. Die Autoren der Bibel haben die Absicht vieles doppelt darzustellen. Denn Symetrie ist nun einmal schön und alles was heilig ist muss schön sein. Aber nicht alles was schön ist, ist auch heilig!

    3)Nichtbeachtung vom Namen Jesus: 90% vom Informationsgehalt geht verloren!

    4)Nichtbeachtung der mytischen Hochzeit als eine der zentralen Themen: mindestens 50% der Informationen gehen verloren.

    Das heißt mit dass bisschen Datenbrocken und Informationen wollen sie die Bibel auseinandernehmen? ( analysieren heißt ja zerlegen). Wenn ein Richter soviele Indizen und Details beim Zeugenverhör ignorieren würde, dann nennt man das befangen und Unrecht. Bei der Theologie nenne ich sowas Ignoranz und Unwissenschaftlichkeit. Denn die Quellen sind die Zeugen.

    Lange Rede kurzer Sinn: es gibt viel zu tun! Für Dich und für mich und für alle die mit dieser Schlamperei und Faulheit nicht leben wollen.

  13. Das mit den arabischen Zahlen finde ich relativ unerheblich, da schon die Masoreten ein bestimmtes Versmaß (und die zugehörigen Vokale, die die Bedeutung des Textes sehr einschränken) in den hebräischen Text eingefügt haben. Ich würde auch nicht sagen, dass sie DIE Bedeutung in der Exegese spielen – Texte müssen eben irgendwie gegliedert werden – der Übersicht halber.
    Das mit der Ästhetik finde ich einen guten Gedanken. Denn irgendeinen Sinn muss es ja schon gehabt haben, dass sie in der Bibel stehen. Die Menschen damals waren ja auch nicht vollkommen blöd!
    Das mit der mystischen Hochzeit als zentrales Thema auch, gerade weil es mir auch sehr am Herzen liegt.
    Ansonsten finde ich aber, dass Du übertreibst. Und mir scheint, dass Du dir eine von den anderen Disziplinen unabhängige Theologie wünschst – die wird es aber wohl nicht so bald geben. Wissenschaft muss sich immer für die gängigen Methoden entscheiden um in Diskurs zu treten und steht in einer Tradition. Deine Methoden zu verwenden würden auch ganz andere Ergebnisse bringen. Du fragst nach anderen Dingen.
    Gleichwohl finde ich deine Fragen aber sehr interessant.
    Was ich nur merke, ist, dass den gegenwärtigen Menschen die Historie sehr wichtig zu sein scheint. Ich bin da auch eigentlich ganz anders.
    Was du aber meinst, was man da tun könnte, verstehe ich nicht so ganz …


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